Barrierefreie Websites
Moderne Internetseiten sind barrierefrei - oder zumindest barrierearm. Aus verschiedenen Gründen: Maßnahmen, die der barrierefreien Gestaltung von Internetseiten dienen, erhöhen die Nutzbarkeit der Seite. Die strikte Trennung von Layout und Inhalt ermöglicht eine schnelle und flexible Änderung der vorhandenen Webseiten bei Bedarf. Eine klare Struktur mit einer kurzen und genauen Navigation verbessern die Übersichtlichkeit des Webangebots. Seiten werden schneller geladen und sind auch für Suchmaschinen besser lesbar.
Ein barrierefreies Webdesign hat Vorteile für alle: Für die rund 8 Prozent Deutschen, die ein Handicap haben, das ihnen den Zugang zum Computer und Internet erschwert, für ältere Menschen oder Menschen mit einer vorübergehenden Behinderung, für alle anderen Besucher der Seite und natürlich auch für Unternehmen und Inhaltsanbieter, die Interesse an einer möglichst unkomplizierten und einfachen Nutzung ihres Webangebots haben.
Barrierefreie Webseiten müssen nicht langweilig aussehen. Mit den modernen Techniken lassen sich individuelle und kreative Layouts umsetzen und über Content Management Systeme (CMS) steuern. Wir setzen hierbei auf TYPO3, weil man mit diesem CMS sehr individuell programmieren kann und es eine gute Bedienbarkeit aufweist.
Barrierefrei mit TYPO3
Einige Anforderungen für barrierearme Webseiten wie die Trennung von Inhalt und Design werden durch das Prinzip von Content Management Systemen selbst gelöst: Die gespeicherten Texte, Bilder, Audio- oder Videodateien werden in einer Datenbank abgelegt und beim Abruf einer bestimmten Seite mit dem zugehörigen HTML-Code verbunden. Für andere Anforderungen ist es besonders wichtig, daß das CMS sehr flexibel ist: Nur so können die Entwickler eines Webangebots auf individuelle Anforderungen eingehen. Insbesondere mit der Formatierung des Inhaltes gibt es bei vielen CMS das Problem, daß die HTML-Kodierung, über die Inhalte auf die Webseite gelangen, nicht voll steuerbar ist. So gelangen beispielsweise Tabellen als Layoutelemente auf die Website, was den Anforderungen der BITV widerspricht. Man kann aber bei vielen CMS nicht so weit ins System eingreifen, um das auszuschalten, oder dies nur mit einer sehr aufwendigen Programmierung umgehen.
TYPO3 hat den Vorteil, daß es sehr komplex und sehr flexibel ist, man hat viele Möglichkeiten, die Ausgabe der Inhalte selbst zu definieren. Das macht das CMS im Umgang komplizierter und es ist nicht so leicht zu erlernen. Daher sollte eine TYPO3-Installation auch von erfahrenen Webdesignern und Technikern entwickelt werden, die den gesamten Webauftritt gemeinsam mit dem Kunden planen, umsetzen und auch die Mitarbeiter auf die spezifischen Anforderungen barrierefreier Seiten schulen. Aber TYPO3 ermöglicht eine gute Kontrolle des Codes, über den die Seiten im Web publiziert werden.
Programmierung
Die Programmierung barrierefreier Webseiten richtet sich nach den Kriterien, die die BITV (Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz) und die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) vorschreiben.
Hierbei sind viele Aspekte zu beachten: Zuerst muß ein Konzept erstellt werden, das Aufbau und Inhalt der künftigen Website strukturiert und deren Design festlegt. Wichtig hierbei ist eine klare Gliederung der Inhalte. Die Navigation sollte nicht zu viele Punkte umfassen, um übersichtlich und verständlich zu bleiben. In die Phase der Konzeption gehört auch die Klärung, ob ein Content Managemant System (CMS) für die Website sinnvoll ist. In den meisten Fällen trifft das zu, weil neue Inhalte später von Redakteuren beziehungsweise den Betreibern einer Website selbst eingepflegt werden können.
Auf die Techniken Java, JavaScript und Flash sollte man möglichst verzichten, weil Screenreader, also Geräte, die die Texte einer Website automatisch vorlesen, diese nicht wiedergeben können. Wenn es sich nicht umgehen lässt, sollte man die Inhalte dieser Techniken zusätzlich noch auf eine andere Weise, zum Beispiel per Text, darstellen. Auch auf Frames und Layout-Tabellen wird beim barrierefreien Websdesign verzichtet.
Barrierefreie Seiten werden mit Cascading Style Sheets (CSS) programmiert, denn so kann man Layout und Inhalt trennen. Die CSS-Befehle sind in einer eigenen Datei zusammengefasst und stehen nicht in der HTML-Seite, die vom Screenreader vorgelesen wird. Per CSS werden die Layoutblöcke an bestimmte Stellen der Seite geschoben und mit Farben, Schriften und Schriftgrößen, Abständen und anderen Design-Elementen ausgezeichnet.
Weitere Merkmale für eine zugänglich programmierte Seite sind der Verzicht auf Link-Grafiken oder auf transparente Pixel, die rein für das Layout der Seite benötigt werden. Schriften müssen sich stark vergrössern lassen (und auch dann noch sichtbar sein!), und auch der Farbkontrast muss stimmen.
